Familienalltag

Ein Familienalltag ist so viel mehr als nur ein grauer Tag voller Arbeit, wenn man es zulässt und dafür empfänglich ist. Zwischen Babyphone, dem Wechseln der Glühbirne in der Wandlampe und einer Nachbarin, die ein paar Eier braucht, kommt das Wesentliche oft zu kurz. Nämlich das Miteinander. Jeder hetzt am Anderen vorbei und ist höchstens noch ungehalten, wenn dieser nicht so agiert wie erwartet. Der Mann macht die Autopflege, die Frau denkt ans Mittagessen, die Kinder kommen von der Schule. Jeder ist in seiner Welt gefangen. Es ist nicht schwer sich klare Ziele zu setzen um diesen Kreislauf zu durchbrechen und auf ein Miteinander hinzuarbeiten.

Der erste Schritt ist, das Ziel zu definieren. Was liegt uns als Familie am Meisten am Herzen? Bei den meisten Eltern mit Kindern kommt als Antwort natürlich: die Kinder. Also ist die Maschrichtung klar, es soll den Kindern mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Dann geht es an die Prioritäten im Alltag und da beginnt der anstrengende Teil. Damit nicht nach wenigen Tagen die guten Vorsätze im Sande verlaufen, sollten kleine Rituale eingeübt werden. Eines könnte zum Beispiel sein, alles andere zu ignorieren, wenn die Kinder aus der Schule kommen. Einmal das Telefon nicht zu beantworten, sondern den Kindern die volle Aufmerksamkeit schenken. Ausschließlich dann, und nur dann, wenn das betreffende Kind darum bittet, das Telefon doch ausnahmsweise zu beantworten sollte dies auch getan werden. Ein weiteres Ritual könnte sein, das Babyphoneweniger zu nutzen. Das kleine Kind kann zu bestimmten Zeiten im Wohnzimmer oder im Arbeitszimmer sein Schläfchen halten. Dieses Gefühl des “dabei Seins” gibt dem Kind mehr Selbstvertrauen und Sicherheit für sein Leben. Die größeren Kinder können ihre Schulaufgaben zumindest teilweise wieder in der Küche oder im Esszimmer machen, wie es früher in den Familien die Regel war. Eine Frage zu den Hausarbeiten fällt dann leichter, als wenn das Kind erst die Eltern im ganzen Haus suchen muss. Gespräche entwickeln sich auf diese Weise ganz natürlich und das Vertrauen und Zutrauen untereinander wird um ein Vielfaches gestärkt. 

Natürlich ist und bleibt es schwierig Familienalltag, Kinder und Partnerschaft unter einen Hut zu bekommen. Viele Mütter sind berufstätig, sind es gern und sollen es auch gern sein. Dabei die Geduld für banal wirkende Erzählungen der Kinder aufzubringen ist schwer. Ein Kind, das bei den Eltern im Wohnzimmer sein Mittagsschläfchen hält, ist schwerer ruhig zu stellen, als wenn es in seinem eigenen Zimmer schläft. Ein Kind, das helfen möchte, eine Überweisung beim Telefonbanking durchzuführen ist sicher anstrengend. Aber das spätere Lächeln des Kindes, wenn es gelobt wird, macht das wieder wett. Zwischen Zahnarzttermin, Fahrdiensten für die Kinder und der Autowäsche des Vaters kommt den Eltern gar nicht der Gedanke die Kinder könnten helfen. Gerade im Sommer können Kinder herrlich mit Wasser planschend bei der Autopflege helfen. Werden sie dann noch gelobt für ihre große Hilfe, kann man sicher sein, dass der Familienalltag in den nächsten Tag gar nicht so grau ist.

Viele kleine Rituale kann man sich passend zu seiner Familie ausdenken. Auch die Eltern sollten miteinander solch kleine Rituale einführen. Beispielsweise vor dem Abendessen kurz abschalten und sich tief in die Augen sehen. Vieles scheint anderen lächerlich, daher ist es wichtig, seine eigenen Schritte zu einem gelungenen Alltagsleben mit der ganzen Familie zu entwickeln. Da kann es kein richtig oder falsch geben. Es wird immer Störungen geben, sei es die Schwiegermutter oder eben die Wandlampe die eine neue Birne braucht. Entscheidend ist lediglich, wie man damit umgeht. Und immer daran denken, ein Kind kann eine Glühbirne für den auf einer Leiter stehenden Elternteil holen.